26/11/2025
Es ist meine Überzeugung, dass ein Unternehmen nur dann gut funktioniert, wenn es den Mitarbeitenden gut geht. Aber was ist "gut"? Hier kommen meine Gedanken zum Thema:
1. Entlohnung - Natürlich muss man von seiner Arbeit leben können - mit der aktuellen Gesetzeslage zur Tariftreue und dem Pflegemindestlohn ist dies nach meiner Einschätzung grundsätzlich gesichert.
2. Die Arbeit muss sinnstiftend sein - die meisten von uns sind ursprünglich mal im Gesundheitssektor angetreten, um das Leben ein Stück leichter zu machen für Menschen, die Hilfe bedürfen. Dieses Stückchen darf im allgemeinen Zeitdruck und und bei aller Bürokratie nicht untergehen.
3. Respekt - Jeder Mensch verdient einen respektvollen Umgang - für Menschen in der Pflege - gerade in den Assistenzberufen wie PflegehelferInnen oder HauswirtschafterInnen - sind wichtig! Nur wenn ALLE Berufsgruppen gut zusammenarbeiten wird aus einem Unternehmen ein gutes Unternehmen.
4. Machbarkeit - Wenn man nur im Sekundentakt arbeitet und die Rufe der Menschen nach Hilfe und/oder Aufmerksamkeit nicht beantworten kann, weil man so vollgeschüttet ist mit Arbeit, dass es einfach nicht geht... erzeugt das Frust. Wenn dieser Zustand über längere Zeit anhält fördert diese Frustration Krankheiten und Kündigungen. Gleichzeitig ist die Arbeitsdichte ein zentrales Steuerelement für die Wirtschaftlichkeit von Pflegeunternehmen, weil es nur wenig Freiheiten in der Lohn- und Preisgestaltung gibt... und ein Unternehmen muss schwarze Zahlen schreiben, um zu existieren. Hier muss glaube ich der größte Spagat gelingen - der zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit.
5. Fürsorge - ich habe das Gefühl, dass sich private Sorgen und Probleme mehr als in den letzten 20 Jahren aufs Berufsleben auswirken. Sei es, weil die Sorgen größer sind als früher, oder weil die Bewältigungsstrategien der Menschen nicht so gut funktionieren... oder einfach, weil wir vor allem die psychischen Beeinträchtigungen besser wahrnehmen und nicht mehr wegschweigen und uns "nicht so anstellen"... auf jeden Fall bedarf es auf allen Ebenen eines offenen Ohres für die Sorgen und Probleme der Mitarbeitenden. Das ist Führungsaufgabe! Und auch Führungskräfte benötigen Unterstützung und eine metaphorische Schulter zum Anlehnen. Wir können nicht alle Probleme der Menschen in unserem Leben lösen, aber wir können die Hände reichen und unsererseits verhindern, dass wir die Last noch vergrößern.
6. Unternehmensgewinne ins Team investieren - hier liegt glaube ich der Schlüssel für langfristige Zufriedenheit aller Beteiligten; Sowohl für unsere KundInnen als auch für die Mitarbeitenden. Mein Ziel ist es, den Begriff "Gewinnmaximierung" vorrangig im gesellschaftlichen Zusammenhang zu betrachten und gute Arbeitsbedingungen in meiner Firma zu schaffen, die wiederum ermöglichen, unsere Kunden gut zu versorgen und dabei noch Zeit für ein liebes Wort zu haben.
Was mich als Führungsperson ausmacht ist eben diese Einstellung, dass ich lieber den Mitarbeitenden mehr Zeit gebe und Menschen einstelle, die mit Herz bei der Arbeit sind, als mehr Gewinn für die Firma zu erwirtschaften.