05/02/2024
Was wir von Mikroorganismen lernen können.
Mikroorganismen organisieren sich in sog. Mikrobiomen. Das sind Lebensgemeinschaften unterschiedlichster Mikroorganismen, darunter Bakterien, Archaeen, Viren, Pilzen, Phagen…
Neuen Studien zufolge, sind Mikrobiome besonders stabil wenn sie eine hohe Diversität aufweisen. Man spricht hier auch von einer Mikrobiomdiversität. Diese Diversität kommt z.B. in der probiotischen Hygiene zum Zuge, weil auch hier ein Mikrobiom installiert wird, welches besonders stabil und widerstandsfähig gegenüber unerwünschten Mikroorganismen ist.
Was lernen wir daraus? Auch in der Makrowelt ist Diversität von Vorteil. Schauen wir uns z.B. nur mal unsere Wälder an. Die gesündesten Wälder bestehen nicht aus Monokulturen, sondern aus vielen verschieden Arten von Bäumen. Warum das so ist brauche ich wohl nicht mehr zu erklären…
Und im Humanbereich? Christen, Muslime, Juden und andere religiöse Gemeinschaften brachten im siebten Jahrhundert zusammen eine Hochkultur (al-Andalus) heraus, weil sie sich gegenseitig bereicherten. Dichtung, Musik und Wissenschaft erblühten in einer, bis dahin, nie da gewesenen Art und Weise. Und das fast 800 Jahre lang!
Wie kann so etwas funktionieren? Durch Kommunikation! Bei Mikroorganismen nennt sich die Kommunikation Quorum sensing, beim Menschen Sprache, Kunst, Liebe, Verständnis, Toleranz, Mitgefühl und Neugier. Wir können alle von einander lernen und müssen trotzdem nicht einer Meinung sein. Geht das? Ich denke ja. Weil jeder Recht und auch Unrecht hat und weil die meisten Menschen im Grunde alle das selbe Ziel haben: Ein Leben in Frieden, Freiheit und ohne Not.
Ich weiß zwar nicht, was Mikroorganismen so untereinander quatschen, aber ich weiß, dass sie sich wunderbar organisieren können und jeder seinen Platz im System hat. Und um so vielfältiger und bunter, um so besser. Das sollte uns zu denken geben!