03/12/2025
Offener Brief
Zur Rhetorik von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas – Mein Weg vom „Arm“ zum Arbeitgeber beweist das Gegenteil
Sehr geehrte Frau Bas,
Ihre Rede auf dem Juso-Bundeskongress und die darin gezogene Linie des „Kampfes gegen Arbeitgeber“ hat mich als Unternehmer zutiefst betroffen gemacht – und zwar aus einem sehr persönlichen Grund:
Ich komme selbst aus sehr armen Verhältnissen. Die Frage des sozialen Aufstiegs ist für mich nicht Theorie, sondern gelebte Realität.
Und genau deshalb muss ich Ihrer Klassenkampf-Rhetorik entschieden widersprechen.
Als ich meinen Weg begann, habe ich niemals über meine Vorgesetzten geschimpft oder sie als Gegner betrachtet. Im Gegenteil: Ich habe die Arbeitgeber, für die ich tätig war, immer als Vorbilder gesehen. Sie haben mir gezeigt, wie man durch Leistung, Mut und die Übernahme von Verantwortung etwas aufbauen und Chancen schaffen kann.
Heute stehe ich auf der anderen Seite. Heute trage ich als Arbeitgeber selbst die Verantwortung für 96 Arbeitnehmer.
Ihre Aussage, die Linien verliefen einzig zwischen „Arm und Reich“, ignoriert die gesamte Dynamik der sozialen Mobilität und negiert alle, die aus eigener Kraft oder mit Unterstützung anderer etwas erreicht haben. Sie diffamiert diejenigen, die unternehmerisches Risiko tragen und damit die Grundlage für das schaffen, was Sie als Ministerin verteidigen wollen: Arbeitsplätze, Sicherheit und Aufstiegsmöglichkeiten.
Wir brauchen in der Politik keinen ideologisch aufgeladenen Kampf, der persönliche Erfolgsgeschichten negiert und Gräben aufreißt.
Wir brauchen eine Politik, die den Mittelstand unterstützt, damit er weiterhin die Basis für Aufstieg und Wohlstand sein kann.
Ich stehe für einen respektvollen Dialog, der auf der gemeinsamen Wertschätzung von Leistung und Verantwortung beruht.
Für einen Kampf stehe ich nicht zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Américo dos Reis Gonçalves
Unternehmer
Call now to connect with business.