04/07/2022
🕛 3` Jeder Garten braucht Wasser - so geht es richtig
Die meisten Pflanzen, und dazu gehört insbesondere der Rasen, brauchen im Sommer viel Wasser. Nur bei optimaler Bewässerung können die Pflanzen gesunde, kräftige Wurzeln ausbilden, um nachhaltig genügend Nährstoffe aufnehmen zu können. Allerdings geht es nicht nur um eine ausreichende Menge an Wasser. Beim Giessen gibt es so einiges zu beachten.
Wichtige Regeln beim Giessen
Man merke sich dazu diese einfache Faustregel: Lieber einmal ordentlich wässern als mehrmals zu zaghaft. Auf diese Weise können die Pflanzen tieferreichende Wurzeln bilden, was dem Trockenstress auf Dauer entgegenwirkt.
Auf den Zeitpunkt kommt es an
Ganz früh am Morgen, zwischen drei und fünf Uhr, wird die tiefste Tagestemperatur erreicht, das heisst, die Verdunstungsrate ist nun minimal. Da nur wenige Menschen gern so früh ihren Garten giessen, wurden extra der Perlschlauch und die Zeitschaltuhr für das automatisierte Bewässern erfunden.
Wichtiger Hinweis:
Empfindliche Pflanzen mögen es nicht besonders, direkt von oben begossen zu werden. Tomaten und Kohlrabi zum Beispiel platzen dadurch auf. Eine Sonnenbrandgefahr droht den Pflanzen, wenn sie in der prallen Mittagssonne gegossen werden, insbesondere direkt auf die Blätter, weil Wassertropfen die Strahlen wie eine Linse bündeln.
Richten wir unser Augenmerk nun auf den Rasen
Soll die Rasenfläche im Sommer satt grün sein, erfordert dies jede Woche bis zu 20 Liter Wasser pro Quadratmeter. Der Durst des Rasens lässt sich gut daran erkennen, dass sich die Halme bereits etwas eindrehen oder nach dem Betreten nicht mehr aufrichten können. Sie können davon ausgehen, dass so ein handelsüblicher Rasensprenger grundsätzlich circa 90 Minuten aktiv sein sollte.
Kleiner Trick zur Kontrolle:
Stellen Sie ein grösseres, leeres Wasserglas mitten auf den Rasen. Es sollte knapp 15 mm über dem Boden eine Markierung tragen. Wenn diese Füllhöhe dann erreicht ist, können Sie den Rasensprenger langsam abstellen.
Das mag Sie jetzt vielleicht überraschen, aber es ist sehr effektiv, den Rasen unmittelbar nach einem Regenschauer zu sprengen. In diesem Moment sind die obersten Bodenschichten bereits gut durchfeuchtet, sodass das zusätzliche Giesswasser recht tief vordringen kann.
Bedenken Sie auch, dass zu häufiges Mähen den Rasen viel stärker der Trockenheit aussetzt. Der umgekehrte Effekt stellt sich somit bei einer hochwachsenden Wildblumenwiese ein.
Rasen und Beete müssen unterschiedlich bewässert werden
Der Rasensprenger hat beim Beet nichts zu suchen, denn ein permanentes Befeuchten der Blätter fördert bei empfindlichen Pflanzen wie Rosen den Pilzbefall. Für das Beet verwenden Sie besser die Giesskanne oder den Gartenschlauch, um möglichst den Fuss jeder Pflanze zu wässern.
Am besten eignet sich kalkarmes, pH-neutrales Regenwasser, das leicht in einer einfachen Regentonne aufgefangen werden kann. Es hat sich übrigens bewährt, Leitungswasser erst einmal einen Tag lang in der Giesskanne oder in anderen Gefässen stehen zu lassen.
Unter ausladenden Bäumen, Koniferen oder grossen Rhododendren bleiben Boden und Wurzeln sogar nach ausgiebigem Niederschlag nahezu trocken. Daher sollten diese Bereiche per Schlauch oder Giesskanne hin und wieder ausgiebig gewässert werden.
Wichtiger Hinweis:
Grosse (Obst)Bäume sollten Sie vor allem an ihrem äusseren Kronenrand wässern, da sich dort die meisten feineren Wurzelausläufer befinden.
Für frisch gesetzte Pflanzen eignen sich Giessringe, die um die Pflanzen herum in die Erde gesetzt werden. Wenn Sie etwas Erde konzentrisch um die Pflanze anhäufen, wird dadurch die Austrocknung ebenfalls vermindert. Für Beete sind jedenfalls zwei Giesskannen pro Quadratmeter eine ideale Bewässerung.
Sprüh- oder Perlschläuche sind gerade für Beete sehr effektiv und zugleich sparsam. Sie weisen meistens um 13 kleine Löcher pro Meter auf, aus denen feine Sprühstrahlen austreten, die das Wasser recht gleichmässig verteilen.
Tipp zum Wassersparen:
Wenn der Boden des Beetes regelmässig mit einer Flachhacke oberflächlich aufgelockert wird, kann das Wasser deutlich schneller eindringen, wodurch weniger Verdunstung zu beklagen ist. Auch ist das Mulchen des Beets zum Beispiel mit trockenem Rasenschnitt oder gehäckseltem Strauchschnitt diesbezüglich sehr effektiv.
Kübelpflanzen sind eine besondere Herausforderung
In diesem Fall haben die Pflanzen keine Möglichkeit, tiefe Wurzeln auszubilden, um so an Bodenfeuchtigkeit zu gelangen. Insofern brauchen gerade kleine Behälter besonders viel Wasser, wenngleich diese nicht übermässig gegossen werden dürfen. Es ist gewissenmassen eine Gratwanderung. Damit das Wasser nicht direkt aus dem Abzugsloch läuft, giessen Sie sehr langsam, und zwar mehrmals nur kleine Mengen. Hängekörbe sollten so im Sommer täglich wenigstens zwei Mal gegossen werden.
Wenn Kübelpflanzen gelbe Blätter, vertrocknete Zweige, schlaffe Triebe oder gar Brandflecken bekommen, brauchen sie folgende Hilfe: Stellen Sie die Pflanze gleich mit ihrem Topf eine Zeit lang in einen gefüllten Wassereimer. Voraussetzung ist hierbei allerdings, dass der Blumentopf über ein Abflussloch verfügt. Danach das Wasser vom Topf abgiessen und die Pflanze nun möglichst regelmässig giessen.
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